Der letzte Nachtrag, wieder geschrieben von Matthias, bevor die Berichte fortan wieder in chronologischer Folge erscheinen:
Am 03. Mai 2026 fand der 54. Wesermarathon statt. Auch dieses Jahr nahm erneut eine größere Gruppe der Abteilung Rudern des USC Magdeburg daran teil. Die Idee für dieses Jahr bestand darin, die Strecke von Hann. Münden bis Hameln mit einem Doppelachter zu bewältigen. Und so fanden sich neun „Verrückte“, um sich „der schönsten Schinderei im Frühling“ (Deutscher Kanu-Verband) zu stellen. Da es im USC kein passendes Boot für unsere Idee gibt, stellte uns der SCM den Gigachter Rotehorn zur Verfügung.

Am Samstag, den 02. Mai, traten wir gegen 10:30 Uhr unsere Reise in Richtung Hann. Münden an und trafen gegen 14:00 Uhr im Mündener Ruderverein ein. Dort wurde das Boot abgeladen und für die Fahrt vorbereitet. Da wir in diesem Jahr kein Landdienst verfügbar hatten, musste unser Fahrzeug und der Anhänger noch zum Zielort gebracht werden.
Den Abend ließen wir im Mündener Ratsbrauhaus mit entsprechender Stärkung für den Folgetag ausklingen.
Gegen 04:00 Uhr des nächsten Tages war die Nacht für uns zu Ende. Nach einem kurzen Frühstück im Hotel machten wir uns im Dunkeln auf dem Weg zum Ruderverein um die erste Schleusung um 06:00 Uhr zu schaffen. Wir legten pünktlich um 05:35 Uhr vom Steg ab und fuhren langsam in Richtung Schleuse Hann. Münden, wo schon viele Kanuten warteten. Mit Öffnung der Schleusentore schoben wir uns mit den wartentenden Kanuten in die Schleusenkammer. Unser Boot wurde von den anwesenden Wassersportlern aufgrund seiner Länge ehrfürchtig bestaunt.

Kurz nach 06:00 Uhr war die Schleusung vollzogen und die unteren Tore der Schleusenkammer öffneten sich. Ein großer Teil der Kanuten verließ vor uns die Schleuse und wir folgten direkt im Anschluss. Die ersten zwei bis drei Kilometer waren steuertechnisch eine kleine Herausforderung, da einige Kanuten mehrfach unseren Kurs kreuzten. Als wir diese überholt hatten, konnten wir auf unserer Reisegeschwindigkeit erhöhen. Die Kilometer flogen nur so an uns vorbei, denn unsere Durchschnittsgeschwindigkeit bewegte sich zwischen 12 und 15 km/h. Neben den beiden fest eingeplanten Pausen in Höxter (halbe Strecke) und in Bodenwerder (25 km bis zum Ziel) nutzten wir nur eine weitere Möglichkeit, bei ca. 45 km, um anzulegen.

Die Anlegemanöver sowie die erforderlichen Wenden waren durch die Länge des Bootes eine kleine Herausforderung, welche aber jedes Mal mustergültig bewältigt wurden. Die Steuerleute wechselten regelmäßig ca. alle 15 km entweder auf dem Wasser oder während der Landpausen, sodass jeder mal in den Genuss der Erholungspause auf dem nicht so gemütlichen Steuersitz kam (außer Tobias 😉, er wollte nicht). Wie auch schon in den vergangenen Jahren (für einige war es der fünfte Marathon) waren die ersten 100 km noch recht entspannend. Ab dem Kilometer 100 wurde es aber so langsam etwas zäh und die Geschwindigkeit reduzierte sich etwas. Allerdings half uns, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, der leichte Schiebewind den letzten Streckenabschnitt zu bewältigen.

Wir erreichten das Ziel in Hameln nach 136 geruderten Kilometern mit einer Gesamtzeit von 12,5 Stunden. Nach dem Anlegen und Verladen machten wir uns erschöpft, aber zufrieden, auf den Heimweg in Richtung Magdeburg und fragen uns nächstes Jahr bestimmt wieder „WARUM?“.

